Pädagogin liest einem Mädchen und einem Buben aus einem Buch vor

Europäischer Tag der Sprachen 2017:

Mehrsprachigkeit leben und fördern bei den Wiener Kinderfreunden und dem Stadtschulrat für Wien.

Ein innovatives EU Sprachenprojekt zeigt neue, innovative Ansätze offener Mehrsprachigkeitsförderung im Kindergarten und in den Volkschulen.

Die aktive Förderung von Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt sind seit langem Bestrebungen der europäischen Mehrsprachenpolitik. 
Denn die Lebenswelten von Kindergarten und Schule sind mehrsprachig. Auf diese Tatsache antworten die Wiener Kinderfreunde und der Stadtschulrat für Wien als gemeinsame Projektpartner des durch EFRE Mitteln geförderten Projekts BIG „Bildungskooperation in der Grenzregion“. Gemeinsam wollen sie einen wichtigen Beitrag im Rahmen neuer Konzepte sprachlicher Bildung leisten. Nämlich dahingehend, dass die Debatten und Maßnahmen der letzten Jahre im Bereich eher separierender Sprachförderung sich stärker in Richtung eines offenen Umgangs mit der mehrsprachigen Realität in Kindergärten und Schulen im Sinne einer Wende zur Mehrsprachigkeit (multlingual turn) hin entwickeln und (künftige) PädagogInnen dahingehend besser qualifiziert und begleitet werden.

An 3 Kindergarten- und 8 Schulstandorten mit rund 300 Kindergarten- und 900 Schulkinder werden die Teams in einem Zeitraum von 3 Jahren mittels unterschiedlicher Qualifizierungsangebote bei ihrer Aufgabe, die Kinder im Gebrauch ihrer Mehrsprachigkeit zu fördern, begleitet. Dies geschieht unter anderem durch eigene Fachberatungen für Mehrsprachigkeit oder indem sie bei der Etablierung neuer Formen reflexiven Lernens im Bereich der Sprachförderung und in der Gestaltung sprachenfreundlicher Lernumgebungen unterstützt werden.

Der Einsatz  mehrerer Sprachen soll ein für Kinder vertrautes Sprachenklima schaffen, welches die sprachlich-kulturelle Identitätsbildung und den Erwerb eines positiven Selbstkonzepts bei Kindern fördert sowie das Einbringen von sprachlichen Potenzialen der Fachkräfte verbessert. Darüber hinaus will das Projekt für die zunehmende Bedeutung von Mehrsprachigkeit und die damit verbundenen (gesellschaftlichen) Herausforderungen in den Bildungseinrichtungen sensibilisieren.  

Dabei spielen die Arbeit mit Eltern und die Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Schulen sowie die Frage wie Aus-/Weiterbildung im Bereich der Mehrsprachigkeit unter aktuellen institutionellen Rahmenbedingungen gelingend gestaltet werden kann tragende Rollen.

Im Kindergarten sind bereits erste Projektergebnisse sichtbar, indem alle Kinder selbstbewusster und freudvoller all ihre Sprachen verwenden. Besonders junge Kinder-gartenkinder „verstummen“ nicht beim Eintritt in den Kindergarten und erleiden damit in einer wichtigen Phase ihrer kognitiven Entwicklung keinen Stillstand.  Die Qualität der Sprachförderung und die Zusammenarbeit mit den Eltern wird erkennbar verbessert, weil auch Fachkräfte ihre Erstsprachen in den pädagogischen Alltag einbringen. Die mit dem Projekt einhergehende Steigerung des Bewusstseins für alle Sprachen fördert wichtige metasprachliche Kompetenten, die für alle Kinder nachweislich von Vorteil sind bspw. für den bevorstehenden Erwerb der Bildungssprache Deutsch am Übergang zur Schule.

Mehr Informationen zum EU-Projekt gibt es hier.

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