v.l.n.r.: Mag. Melitta Aschauer-Nagl (AK Wien), Prof. Dr. Georg Gombos, Prof. Dr. Hans Jürgen Krumm, Prof. Dr. Ingelore Oomen-Welke, Bildungsstadtrat Mag. Jürgen Czernohorszky, Dr. Verena Plutzar (Moderation), Mag. Jan Sisko (BMB), Christian Morawek, Dr. Karin Steiner (WKF), Mag. Heinrich Himmer (Stadtschulratspräsident)

BIG Symposium "Keine Sprache ausblenden" Ressourcen aufspüren - Potentiale entfalten

2. März 2018 im AK Wien Bildungszentrum

 
Die Wiener BIG (Bildungskooperation in der Grenzregion*)) Partner Wiener Kinderfreunde und Stadtschulrat für Wien veranstalteten sehr erfolgreich ein Symposium rund um das Thema Mehrsprachigkeit. Unserer Einladung folgten rund 220 TeilnehmerInnen aus Österreich, Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakei. 
 

Am Vormittag kamen neben unserem Geschäftsführer Christian Morawek und dem Stadtschulratspräsidenten Mag. Heinrich Himmer als Repräsentanten der beiden Wiener Projektpartner auch Bildungsstadtrat Mag. Jürgen Czernohorszky und Mag. Jan Sisko vom Bildungsministerium zu Wort. Aber auch die Wissenschaft fand Gehör: Prof. Dr. Hans Jürgen Krumm widmete sich der Mehrsprachigkeit im politischen Kontext und Dr. Karin Steiner (WKF) präsentierte erste BIG Projektergebnisse. Die Impulsvorträge hielten im Anschluss Prof. Dr. Georg Gombos (Uni Klagenfurt), der sich mit der „Ressource Mehrsprachigkeit“ auseinandersetzte sowie Prof. Dr. Ingelore Oomen-Welke (Uni Freiburg), die sich der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht widmete. Am Nachmittag konnten die TeilnehmerInnen sich für einen von neun angebotenen Workshops entscheiden, die sich - im Gegensatz zu den theoretischen Vorträgen vom Vormittag - Großteils mit praktischen Inputs bzw. Erfahrungen und Erkenntnissen von BIG auseinandersetzten.  

 
Durch die mit BIG gesetzten Maßnahmen hat sich die sprachpädagogische Qualität in den Piloteinrichtungen signifikant gesteigert. Was zum Einen auf die gelebte Offenheit gegenüber allen Sprachen zurückzuführen ist und zum Anderen auch auf die Qualifizierungsoffensive, die im Rahmen von BIG erwirkt werden konnte. Im Bezug auf die Förderung mehrsprachiger und personaler Bildungskompetenzen ist einer der Erfolgsfaktoren, dass Kinder durch die gelebte Sprachenvielfalt an Selbstvertrauen gewinnen, weil sie die ihnen vertraute Sprache sprechen dürfen, die ihnen oft als wichtige Brücke dient, um angstfrei und selbstbewusst die neue Sprache Deutsch zu erlernen. Und auch die Nutzbarmachung vorhandener sprachlicher Potentiale und Ressourcen im Betreuungsteam wirkt sich ebenfalls positiv aus, da sich alle stärker in den pädagogischen Alltag einbringen und ihre sprachlichen Kompetenzen bewusster einsetzen. 
 

Die Anwesenheit der SprachbegleiterInnen ist eine zusätzliche wertvolle Ressource. Für die Kinder ergeben sich so vermehrte Sprechanlässe – in welcher Sprache auch immer –, die für ihre Gesamtentwicklung unerlässlich sind. Sprachliche Bildung in Kindergarten und Schule muss alle Kinder erreichen und hat zu berücksichtigen, ob ein Kind ein- oder mehrsprachig aufwächst. Keine Sprache darf ausgeblendet werden, ansonsten laufen wir Gefahr, Kinder, die noch nicht Deutsch sprechen, stumm zu machen und damit ihre Teilhabe und kognitive Weiterentwicklung zu verhindern.

 
Für alle Interessierten gibt es hier die Inhalte der Vorträge zum Nachlesen:

 
Prof. Dr. Hans Jürgen Krumm - "Mehrsprachigkeit im politischen Kontext" 

 
Dr. Karin Steiner - "Ausgewählte Einblicke in Ergebnisse des BIG Mehrsprachigkeitsprojekts der Wiener Projektpartner"

 
Prof. Dr. Georg Gombos - "Ressource Mehrsprachigkeit: Von klein auf fördern, nachhaltig verankern"

 
Prof. Dr. Ingelore Oomen-Welke - "Unterrichtskonzepte für das sprachlich heterogene Klassenzimmer: das Was, das Wie und der Sprachvergleich als Lernstrategie" 

 
 
Und hier die Übersicht der angebotenen Workshops sowie einige Handouts

  
Katja Schnitzer - "Mehrsprachigkeit als Ressource - Zur Praxis des Sprachunterrichts in der Sekundarstufe I"  

  
Mag. Andrea Köhler und Anna Stertischnik - "Mehr- und quersprachig im Kindergarten - Was hat sich bei uns verändert?" 

   

 

*) Die Projekte BIG AT-HU, BIG AT-CZ und BIG SK-AT werden im Rahmen der Kooperationsprogramme INTERREG V-A Österreich-Ungarn, INTERREG V-A Österreich-Tschechische Republik und INTERREG V-A Slowakei-Österreich durch Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung umgesetzt.

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