Infos für Spielraum-InitiatorInnen

Spielräume schaffen unterstützt Projekte in Wien mit bis zu € 5.000 Euro

„Wer wachsen soll, braucht Platz“
Für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit brauchen Kinder Raum, den sie nach ihren Bedürfnissen gestalten, in dem sie sich frei bewegen – einfach Kind sein – können.

Um möglichst viele Spiel- und Lebensräume für Kinder in Wien dazu zu gewinnen, haben die Wiener Kinderfreunde den Förderfonds „Spielräume schaffen“ ins Leben gerufen. Mit Hilfe von Sponsorengeldern und Projektpatenschaften unterstützt dieser Fonds Eigeninitiativen in Wien, die öffentlich zugänglichen Frei- und Spielraum für Kinder schaffen und so ihren persönlichen Beitrag für eine noch kinderfreundlichere Stadt leisten. Ermöglicht wird dieses Projekt durch die Unterstützung der Bank Austria.

Wer in Wien Spielraum schafft, kann aus diesem Fonds Fördergelder bis zu € 5.000,– pro Projekt erhalten. Förderungswürdig sind alle Initiativen, die eine kindgerechte Umsetzung von Spiel- und Freiräumen zum Ziel haben und zumindest zeitweise regelmäßig öffentlich zugänglich sind.

Beispiele für solche Projekte sind: 

  • Spielmöglichkeiten auf freien Flächen und Plätzen wie Baulücken, ungenutzten Grünflächen zwischen Wohnblocks, auf verkehrsberuhigten Straßen, in Vorgärten oder Parks, etwa durch Anbringung von Skateranlagen, Streetball-Körben, bodenfixierten Baumstämmen zum Kraxeln und Balancieren etc.
  • Die temporäre Nutzung etwa von Firmenparkplätzen am Wochenende oder von Schulhöfen, Lagerhallen, leer stehenden Fabrikshallen etc.
  • Die kindgerechte Gestaltung eines Innenhofes oder die Sanierung bzw. der Umbau eines vernachlässigten bestehenden Spielbereiches
  • Temporäre Straßensperren für Spielanimationen oder Theaterworkshops
  • Nutzung einer Schulmensa als Veranstaltungsraum etwa für eine Kinder- oder Jugendtheatergruppe
  • Spielzimmer in öffentlichen Gebäuden oder Mietshäusern

 
Bei der Nutzung von Schulhöfen ist der/die Direktor(in) der erste Ansprechpartner, bei der Schaffung von Spielräumen in Wohnhäusern (zahlreiche unmöblierte Gemeinschaftsräume werden eher selten genutzt und eignen sich hervorragend als Spielraum für Kinder) müssen Sie sich an die zuständige Hausverwaltung wenden. Prinzipiell ist bei der Nutzung von Flächen der Grundbesitzer Ihre Anlaufstelle, wenn Sie etwa eine leer stehende Lager- oder Fabrikshalle oder einen Firmenparkplatz temporär (z. B. an den Wochenenden) nutzen wollen, müssen Sie sich mit dem Unternehmen in Verbindung setzen.

Anträge stellen können alle WienerInnen, ob Elterngruppen, Einzelpersonen, Familien, Hausgemeinschaften, bestehende Initiativgemeinschaften, Selbsthilfegruppen, Vereine, Unternehmen oder andere InitiatorInnen. Gefördert werden unter anderem Planungskosten, Herstellungskosten und Materialkosten ihres Spielraumprojekts. Bedingung für eine Förderung ist die (zumindest teilweise) öffentliche Zugänglichkeit des Spielraums. Ferner dürfen den Kindern beim Nutzen des Spielraums keine Kosten entstehen, kommerzielle Projekte werden nicht gefördert.

Es ist nicht nur pädagogisch sinnvoll, sondern der Förderungswürdigkeit eines Projektes zuträglich, Kinder von Anfang an in die Planung, Umsetzung sowie bei der Betreuung der neu geschaffenen Frei- und Spielräume mit einzubeziehen.

Die Bewertung der pädagogischen Qualität eines neuen Spielraums führt die Jury des Förderfonds „Spielräume schaffen“ durch. Sie allein entscheidet über die Förderungswürdigkeit der eingereichten Projekte. Diese Jury setzt sich aus VertreterInnen der Sponsoren sowie Fachleuten für kindgerechtes Gestalten zusammen.

Verantwortung für SpielrauminitiatorInnen: 
SpielrauminitiatorInnen haben dafür zu sorgen, dass die geschaffenen Spielräume von ihnen kontrolliert und regelmäßig gewartet werden. So ist etwa darauf zu achten, dass temporär verwendete Spielgeräte (z.B. nur an Wochenenden verwendetes Spielgerät auf einem Firmenparkplatz) sachgemäß abgebaut und aufbewahrt werden.

Haftung & Versicherung

Bei jedem Spielraum-Projekt muss auch der Haftungs- und Versicherungsfrage Rechnung getragen werden. Laut ABGB obliegt die Haftung bei Institutionen/Plätzen der Stadt Wien dem/r zuständigen VerwalterIn (bei Schulen ist das beispielsweise die MA 56, die Städt. Schulverwaltung), bei Privatbesitz sollte die Haftungsfrage detailliert vertraglich festgehalten werden. Es ist empfehlenswert, für den jeweiligen Vertragsabschluss eine Rechtsberatung hinzu zu ziehen. Die Rechtsanwaltskammer bietet einmal pro Woche die Möglichkeit, sich kostenlos beraten zu lassen: Rechtsanwaltskammer Wien, Rotenturmstraße 13, 1010 Wien, Tel. 01/533 27 18.

Bedenken Sie bitte auch, dass aufgestellte Spielgeräte zahlreiche TÜV-Vorschriften und sonstige Normen erfüllen müssen, da Sie ansonsten bei eventuellen Verletzungen von Kindern haften. Nur mit TÜV-gerechten Spielgeräten können Sie sich bei Unfällen schadlos halten.

Förderbedingungen -– "Spielräume schaffen" 

1. Ziele des Förderfonds 

Im Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention erkennen die Vertragsstaaten das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben an.

Zur Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit sind Kinder auf Spiel und Bewegung angewiesen. Sie wollen sich in allen Lebensbereichen frei bewegen und spielen. Hier sind Politiker und Verantwortliche der Verwaltung gefordert, durch kommunale Maßnahmen angemessene Spielräume bereitzustellen.

Nach Auffassung der Wiener Kinderfreunde und den am Fonds beteiligten Sponsoren sind zusätzlich zur kommunalen Vorsorge auch das Engagement und die Eigeninitiative von Betroffenen eine notwendige und sinnvolle Ergänzung. Der Förderfonds "Spielräume schaffen" unterstützt Eigeninitiativen von WienerInnen, die für Kinder mehr Frei- und Spielräume schaffen.

2. Welche Projekte werden gefördert? 

Die Förderung erfolgt im Rahmen des vom Fonds "Spielräume schaffen" bereit gestellten Mittel. Sie kann für Spielräume für Kinder in Anspruch genommen werden. Es sollen Spiel-, Bewegungs- und Kommunikationsmöglichkeiten (Treffs) geschaffen und verbessert werden, die möglichst in der unmittelbaren Wohngegend von Kindern liegen.

Vorstellbar sind zusätzliche Spielräume:

  • auf Plätzen, Höfen und freien Flächen
  • in Baulücken
  • in verkehrsberuhigten Straßen
  • auf Schulhöfen
  • in Vorgärten
  • auf Kirchenplätzen
  • im Abstandsgrün zwischen Wohnblöcken
  • auf Sportplätzen
  • in Kleingartenanlagen
  • in öffentlichen Gebäuden oder Mietshäusern
  • auf kinderfreundlichen Verbindungswegen zwischen verschiedenen Spielorten
  • und an vielen anderen Orten 

Bei der Planung, Ausführung und Betreuung der Spielräume sind Kinder miteinzubeziehen.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Förderung. Die Zuwendungen werden als Projektförderungen gezahlt und betragen ein Maximum von € 5.000,–. Für jedes Projekt ist eine angemessene Eigenbeteiligung nachzuweisen. Der geschaffene Spielraum muss zumindest zeitweise regelmäßig öffentlich zugänglich sein. Die öffentliche Nutzung muss publik gemacht und bei jedem Spielraum gut sichtbar angebracht werden. Die Eigenbeteiligung kann durch finanzielle Mittel und/oder Eigenleistungen erbracht werden. Kommerzielle Projekte werden vom Förderfonds “Spielräume schaffen” nicht unterstützt. Die Haftungsfrage muss vor Einreichung des Antrages von den ProjektinitiatorInnen geklärt werden.

3. Wer kann einen Antrag stellen?

Alle WienerInnen, denen die Verbesserung der unmittelbaren Wohngegend von Kindern am Herzen liegt. Anträge müssen schriftlich gestellt werden und folgende Angaben enthalten: die Anschrift, Telefon- und ggf. Faxnummer und E-Mail-Adresse der AntragstellerInnen, Details zur Verantwortung für den Antrag und das Projekt, falls diese unterschiedlich ist, Details zum Projekt (Art, Ort, Konzept, Zeitplan ggf. Fotos, Handskizzen, Pläne beifügen), Details zur Beteiligung von Kindern and der Planung, Realisierung und Betreuung, Details zum Finanzierungsplan die Erklärung, dass die AntragstellerInnen die Bedingungen des Fonds akzeptieren.

Benutzen Sie dazu unser Formular:

 
Anträge können Einzelpersonen, Elterngruppen, Familien, Hausgemeinschaften, bestehende Initiativgemeinschaften, Selbsthilfegruppen, Vereine, Unternehmen, Schulen und andere InitiatorInnen stellen.

AntragstellerInnen sind zugleich auch die ZuwendungsempfängerInnen. Bei Anträgen von Kindern muss ein Erwachsener die Projektverantwortung übernehmen, um die Zuwendung zu empfangen.

Bei der Annahme wird jeder Antrag auf Vollständigkeit überprüft. Fehlende Unterlagen sind nachzureichen. Unvollständige Anträge können nicht weitergeleitet werden. Eine Fach-Jury entscheidet so rasch wie möglich über einen Antrag. Das Ergebnis teilt der Fonds "Spielräume schaffen" schriftlich mit. Der Fonds behält sich vor, mittels Stichproben zu überprüfen, ob die geförderten Projekte im Sinne des Förderfonds und den Förderbedingungen in die Praxis umgesetzt wurden.

4. Weitergabe von relevanten Informationen an den Fonds

ProjektwerberInnen haben bei Antragstellung dem Förderfonds alle mit dem geplanten Spielraum-Projekt zusammenhängenden Informationen mitzuteilen, damit die Fach-Jury eine unmissverständliche Grundlage für ihre Entscheidung erhält. Bei zurückgehaltenen oder falschen Informationen behält sich der Fonds das Recht vor, bereits zuerkannte Fördermittel den AntragstellerInnen – auch nach bereits erfolgter schriftlicher Zusage über finanzielle Unterstützung – wieder zu entziehen.

5. Wie gelangen ProjektinitiatorInnen zu ihrer Förderung?

Bei der Einreichung von Projekten müssen Kostenvoranschläge (z.B. Preislisten von Spielgeräteherstellern, Kostenvoranschläge von Dienstleistungsbetrieben) und eine Aufstellung der Gesamtkosten an den Fonds "Spielräume schaffen" gesandt werden. ProjektinitiatorInnen erhalten bei Bedarf eine Zahlungsgarantie für Lieferanten bzw. eine Bestätigung, dass die zur Umsetzung des Projektes anfallenden Kosten in der Höhe des bewilligten Betrags übernommen werden.

6. Spendenkonto

Der Fonds "Spielräume schaffen" ist langfristig auf die Unterstützung der WienerInnen angewiesen.

Für WienerInnen, die Initiativen für Kinder in Wien, wie etwa den Förderfonds, finanziell unterstützen möchten, steht ein Spendenkonto zur Verfügung: Bank Austria Creditanstalt, IBAN: AT531200050166611800, BIC: BKAUATWW. 

7. Wohin mit dem Ansuchen?

Bitte senden Sie Ihr Ansuchen an den Fonds "Spielräume schaffen", Albertgasse 23, 1080 Wien, z.H. Mag. Stefan Zwickl ,Tel. 0664/50 26 026, Fax. 01/403 33 58,
E-mail:  

Der Fonds hat in den vergangenen Jahren bereits 62 Projekte unterstützt, 45 Spielräume sind nach wie vor aktiv. Wir freuen uns auch auf Ihre Spielraumideen!
 

Druckansicht
 


Österreichische Kinderfreunde - Landesorganisation Wien
Albertgasse 23 · 1080 Wien
01/401 25 - 11 ·

© 2015 Kinderfreunde. All rights reserved.